"Faustlos"
in der Kreuzschule

Ab Oktober 2002 wurde das Faustlos-Programm etwa 10 Jahre lang an der Kreuschule durchgeführt. Das Programm diente der Prävention von aggressivem und gewaltbereitem Verhalten. Solches Verhalten entsteht häufig durch einen Mangel an sozialen Fähigkeiten, der eine positive und konstruktive Form der Problembewältigung nicht zulässt.

Ziel war, die Fähigkeiten von Kindern im Grundschulalter zum Lösen von Problemen zu fördern. Außerdem wurde der Umgang mit eigenen Gefühlen und denen anderer Menschen geübt und erweitert.

Entwickelt wurde das Faustlos-Programm von Prof.Dr.med. Manfred Cierpka und Mitarbeitern der Abteilung für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg.

Frau Pelanda und Frau Holzer nahmen damals an einer Fortbildung des Heidelberger Präventionszentrums teil, die von Dipl.-Psych. A. Dewald, Dozent an der Universität Heidelberg, durchgeführt wurde.

"Faustlos" ist in drei Themenbereiche unterteilt:
1. Training des Einfühlungsvermögens (Empathie)
Hier lernen die Kinder, eigene Gefühle und die anderer Menschen wahrzunehmen und erfahren Möglichkeiten, eigene Gefühle gegenüber anderen auszudrücken.
2. Impulskontrolle
Dabei lernen die Kinder Möglichkeiten kennen, wie sie ihre Probleme selbst lösen können, z.B. wie man sich entschuldigt, wie man andere höflich unterbricht und wie man neue Freunde gewinnt.
3. Umgang mit Ärger und Wut
Hier lernen die Kinder, mit ihrem Ärger und ihrer Wut so umzugehen, dass sie sich und andere damit nicht verletzen.

Das Faustlos-Programm wurde für die Grundschule konzipiert.
In die Faustlos-Stunden wurden alle Kinder einer Klasse einbezogen. Kinder, die an diesem Programm teilnahmen und die vermittelten Fertigkeiten lernten und anwandten, fühlten sich in der Klasse wohler und kamen im Alltag besser zurecht.

Pro Schuljahr wurden ca. 15 Einheiten unterrichtet. Jede Einheit dauerte zwischen 20 und 40 Minuten. Es wurde jeweils von einer Situation ausgegangen, die mit Hilfe einer Folie dargestellt wurde. Im Anschluss an ein kurzes Gespräch wurden soziale Fähigkeiten besprochen und in Rollenspielen eingeübt. Im Verlauf der weiteren Schultage wurd immer wieder auf das Gelernte Bezug genommen und überprüft, inwieweit man es im Alltag anwenden konnte.

Die Erfahrungen zeigten, dass Kinder sich dem neuen Lernstoff gegenüber sehr aufgeschlossen verhielten und sich auf die Faustlos-Stunden freuten. Im Schulalltag waren die gelernten Inhalte oft hilfreich beim Bewältigen von Konflikten. Sie verbesserten auch das Klassenklima.
Von einigen Eltern wurde in den Sprechstunden berichtet, dass sich das Faustlos-Programm auch auf die häusliche Situation positiv auswirkte. (z.B. im Umgang mit Geschwistern)