Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Wochenend-Ausgabe vom 19.06.10


Die Kinder legten sich ins Zeug, um so viele Runden wie möglich für Haiti zu laufen.
Fotos: altrofoto.de (2) / Kampfl

300 Grundschüler laufen für Haiti

SPENDEN Jede Runde zählt. Die Kreuzschule organisiert zusammen mit Unicef einen Sponsorenlauf im Stadtpark.

VON SAHRAH KAMPFL, MZ

REGENSBURG. "Papa, möchtest du mich sponsern?", eine reichlich ungewöhnliche Frage von einem Kind, das gerade mal in die erste Klasse geht. Sollte das etwa die moderne Bitte um Taschengelderhöhung sein? Ganz im Gegenteil, die Kinder der Kreuzschule dachten bei dieser Frage keineswegs an sich selbst, sondern an einen wohltätigen Zweck.
Gabriele Seifert, die Rektorin der Schule, hatte zusammen mit dem Elternbeirat beschlossen, an der Aktion "Wir laufen für Unicef - Gemeinsam für Haiti" teilzunehmen. Und ihre sportlichen Schützlinge waren sofort mit Feuereifer dabei Jeder Schüler bekam eine Laufkarte. Auf die Vorderseite wurden die persönlichen Daten jedes Kindes geschrieben und auf der Rückseite durften sich Freunde, Bekannte, Verwandte oder Geschäftsführer eintragen, die den Lauf des jeweiligen Kindes sponsern wollten. Die Höhe des Spendenbetrags pro gelaufener Runde durften die Sponsoren selbst festlegen.

Der Spaß stand im Vordergrund
Die ersten und zweiten Klassen liefen eine Stunde und die dritten und vierten Klassen eineinhalb Stunden lang auf einer vorher festgelegten Strecke im Stadtpark. Ausruhen und sogar Hinsetzen zwischen den Runden war erlaubt. Der Spaß der Kinder stand im Vordergrund.


Nicht vergessen: Immer erst aufwärmen.

Das merkte man auch schon beim Aufwärmen. Gemeinsam tanzten, hüpften und drehten sich die ersten und zweiten Klassen im Rhythmus der Musik.

Doch die Mamas und Papas, die als betreuende Helfer mit von der Partie waren, staunten nicht schlecht, als ihre Kleinen dann richtig loslegten. Für jede gelaufene Runde gab es einen Stempel am gelben Tisch und ein buntes Gummibändchen am roten Tisch. "Schau mal, wie viele Stempel ich schon hab", war der beliebteste Satz der Buben und Mädchen im Vorbeisprinten. Und tatsächlich wurde der Platz auf so manchem Kinderarm reichlich knapp. Am Schluss trugen die Helfer die Anzahl der Gummibändchen in die Laufkarte der Grundschüler ein. Die dritten und vierten Klas- sen liefen zusammen 1175 Runden und auch die ersten und zweiten Klassen kamen an die Zahl ihrer älteren Kameraden heran.

Stempel überbeansprucht
Klaus Pöschl, einer der Elternhelfer, musste bei seinem Sohn Maximilian und den vielen anderen fleißigen Rennmäusen mit Smileys und WM-Trikotnummern der deutschen Nationalmann- schaft die Runden markieren, da sein Stempel wegen Überbeanspruchung den Geist aufgegeben hatte. "Eine sehr gute Art und Weise Leute zum Spenden zu bewegen", lobte der Vater die Aktion.


Unicef verteilte Luftballons und Infomaterial.

Bettina Feix, von der Unicef-Arbeitsgruppe in Regensburg, fasste zusammen, wofür die Spende der Kreuzschule in Haiti verwendet werden wird: "Vor allem in Wasserversorgung, Kinder- ernährung, Impfkampagnen und Bildung wird das Geld gesteckt werden." Auch der Sohn der Unicef-Mitarbeiterin lief bei dem Sponsorenlauf mit.


"WIR LAUFEN FÜR UNICEF - GEMEINSAM FÜR HAITI"

Katastrophe: Über zwei Millionen Menschen leiden unmittelbar unter den Folgen des schweren Erdbebens auf Haiti. Fast die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Sie lebten auch schon vor dem Erdbeben in extremer Armut und sind den Folgen der Natur- katastrophe schutzlos ausgeliefert.

Hilfe: Unicef hat eine große Hilfsaktion gestartet, m betroffene Familien mit Trinkwasser, Zusatznahrung und Medikamenten zu versorgen. In Kinderzentren werden Waisen betreut und provisorischer Schulunterricht abgehalten.

Aufruf: Unicef ruft Schulen, Vereine und jedermann dazu auf, sich mit einem Spendenlauf für die Unicef-Nothilfe und Wiederaufbauhilfe in Haiti zu engagieren.

Aktion: Der Veranstalter (die Schule, der Verein, etc.) organisiert einen Lauf und ruft zur Teilnahme auf. Nach der Anmeldung wird ein Paket geschickt, in dem pro Läufer eine Lauf- und Sponsorenkarte, ein Infoblatt, eine Urkunde mit Unterschrift von Oliver Bierhoff und ein Unicef-Button sind. Die durch den Lauf gesammelten Sponsorengelder, von Verwandten, Bekannten oder Geschäfts- inhabern werden mind. zur Hälfte an Unicef überwiesen. Die andere Hälfte kann für wichtige Neuanschaffungen bei den Schulen und Vereinen verbleiben.