Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Wochenend-Ausgabe vom 29./30.10.11


Wer ohne Anliegerausweis auf den gemeinsamen Geh- und Radweg an der Kreuzschule fährt, erntet einen Strafzettel und saure Bonbons.
Foto: Jädicke

Selbstgemalte Strafzettel für die Autofahrer

SICHERHEIT Mit Rückendeckung der Polizei erinnern Kinder daran, dass die Durchfahrt auf der Straße vor der Kreuzschule verboten ist.

VON FLORA JÄDICKE, MZ

REGENSBURG Möglichst autofrei soll es vor der Kreuzschule zugehen. Seit Jahren ist die Straße deshalb für den motorisierten Verkehr gesperrt. Nur Anlieger und Lehrer dürfen durchfahren. Dennoch gibt es sehr viel Verkehr dort. Vor allem dann, wenn Eltern ihre Kinder selbst zur Schule bringen. "Wenn das Wetter schlecht ist, sollten sie mal sehen, was hier los ist", wettert der Vorsitzende des Elternbeirats. Ginge es nach ihm, sollten mehr Kinder zu Fuß zur Schule kommen. Der Bund Naturschutz hat mit Beginn des Schuljahres genau in diesem Sinne an Eltern und Schüler appelliert. "Verordnen" lässt sich der Fußmarsch freilich nicht.
Allerdings kann man etwas unternehmen, dass sich Autofahrer wieder an das Durchfahrtsverbot halten. Zur Erinnerung an die Regel schickten Elternbeirat und Schulleiterin Gabriele Seifert ihre Schüler erneut auf die Straße. Bewaffnet mit selbstgemalten Strafzetteln und sauren Bonbons, sollten sie am Mittwochmorgen gegen die Verkehrssünder vor der Schule vorgehen.

Unterstützung erhielten sie von vier Polizeibeamten. An diesem Morgen aber ist das Wetter gut. Und so bleiben die erwarteten Massen von Verkehrssündern aus.
Eine Mütter erwischte es dennoch. Sie wisse nichts vom Fahrverbot, sagte sie. Nur mit einer Sondergenehmigung oder einem Anwohnerparkausweis darf sie aber den gemeinsamen Geh- und Radweg passieren, erklärte der Polizist. Bei einer regulären Kontrolle hätte sie zehn Euro Bußgeld hinnehmen müssen. Diesmal kam sie mit sauren Bonbons davon und der Bitte "Hier bitte nicht mehr durchfahren". Fünf bis zehn Mal pro Jahr kontrolliert die Polizei die Strecke, mehr ist nicht drin.
"Am Tag kommen und gehen hier tausend Schüler", sagt Rektorin Seifert. Deshalb weisen wir mit Aktionen wie dieser immer wieder auf das Verbot hin. Polizeihauptkommissar Hermann Hirsch sieht die Lage entspannter. Am Ende verteilten die Kreuzschüler kaum mehr als eine Hand voll Strafzettel. "Da wurde schon viel Vorarbeit geleistet", erklärt Hirsch die ausbleibenden Verstöße. Zwei Jahre zuvor hatten Eltern und Lehrer bereits eine erste Strafzettelaktion gestartet.