Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 7.11.13


Neue Anlaufstelle für Grundschüler

SCHULE Gewalt, Verwahrlosung und auch der Tod des Haustiers: Die Themen für Heidi Böhm, Jugendsozialarbeiterin der Regensburger Kreuzschule, sind vielfältig.

VON STEPHAN BEIMLER, MZ

REGENSBURG. Noch keinen Monat in Amt und Würden und schon mit Arbeit überhäuft: Die neue Jugendsozialarbeiterin in der Regensburger Kreuzschule, Heidi Böhm, hat gut zu tun. Vom Streitschlichten über Hilfe bei Trauerfällen, bis hin zu Behördengängen mit ausländischen Eltern - ihr Repertoire ist sehr breitgefächert.
Erfahrung in der Jugendsozialarbeit bringt Heidi Böhm genügend mit. Die studierte Sozial- pädagogin war vorher bereits in derselben Position in einer Berufsschule tätig. "Auf die Kleinen muss man spielerisch zugehen, bei den Großen konnte man die Probleme direkt ansprechen", erläutert Böhm einen Unterschied. Dafür seien die Grundschüler viel offener und kontaktfreudiger. Das helfe sehr, sich schnell einzuarbeiten, freut sich Böhm.
Denn der Kontakt zu den Kindern und vor allem der Vertauensaufbau sei das Wichtigste für dieses Bindeglied zwischen Jugendamt und Schule. "Die Jugendhilfe kommt in die Schule", erklärt Böhm.
Sie ist zwar Angestellte des Amts und nicht der Schule, aber trotzdem schon ein wichtiger Be- standteil des Kollegiums. "Wir sind froh, dass wir sie in unserer Mitte haben", sagt Schulleiterin Gabriele Seifert. Sie könne  das leisten, wozu den
Lehrern oft die Zeit fehle: Sich mit den individuellen Problemen der Kinder länger als nur ein paar Minuten auf dem Gang ausein- andersetzen.
Auch als Ansprechpartner für die Eltern ist Böhm gefragt. Als Person "von außen" bietet sie neutralen Boden, da sie keine Lehrkraft ist und über Zugriff auf alle Hilfeleistungen des Amts für Jugend und Familie verfügt. "Das System der Jugendsozialarbeit zieht sich durchs ganze Schulsystem", erklärt Bürgermeister Joachim Wolbergs. Alle Mittel-, Berufs-, und Förder- schulen in Regensburg verfügen inzwischen über eine Stelle. Bei den Grundschulen wird jetzt nachgezogen. "Die Schüler fragen an weiter- führenden Schulen schon von sich aus nach Beratung", freut sich Wolbergs.

JUGENDSOZIALARBEIT
AN DEN SCHULEN REGENSBURGS
  • Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) wird vom bayerischen Staat mit 16360 Euro pro Vollzeitstelle gefördert. Den Rest zahlt die Stadt
  • Voraussetzung für die Einrichtung einer solchen Stelle ist ein Migrantenanteil von mindestens 20 Prozent.
  • Die Jugendsozialarbeit wird momentan nur für Förder-, Mittel-, Berufs- und Grundschulen gefördert.
  • In Regensburg erfüllen 14 von 16 Grund- schulen die Voraussetzung für eine Förderung der JaS.
  • Alle Förder-, Mittel- und Berufsschulen der Stadt verfügen bereits über JaS.