Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Wochenendausgabe vom 20/21.9.03

"Wanderschaft" endet an Kreuzschule
Manfred Brinsteiner neuer Rektor: "Ideale Bedingungen" / "Nicht nur kopflastige Fächer..."
von Ursula Stöcker, MZ

ALTSTADT. Er ist ein hundertprozentiger Regensburger und der neue Rektor der Kreuzschule: Manfred Brinsteiner. Vor 47 Jahren in Neuprüll geboren, lebt er heute noch in Neuprüll im Haus seiner Eltern. Er ist seit 1979 verheiratet, "und zwar immer noch mit der ersten Frau", wie Brinsteiner schmunzelnd meint. Von seinen drei Söhnen, die ebenfalls in Regensburg leben, "hoffe ich, dass einer in meine Fußstapfen tritt und Lehrer wird".
Trompete und Akkordeon sind seine nicht gerade leisen Hobbys. "Da ist ein eigenes Haus zum Üben ganz praktisch!" Öffentlich bläst Rektor Brinsteiner übrigens die Trompete bei den "Wadlbeißern", einer bayerischen Volksmusikgruppe. Auch sportlich ist er unterwegs: "Ich laufe gern, aber nicht davon..."


Bei den "Wadlbeißern" spielt Brinsteiner
die Trompete.


Dass er das nicht tut, beweist der konsequente Lebenslauf von Manfred Brinsteiner. Er besuchte die Grundschule St. Wolfgang, machte sein Abitur im Albertus-Magnus-Gymnasium und studierte. "Als Lehramtsanwärter und später als mobile Reserve, sprich Aushilfslehrer, bin ich dann durch fast alle Schulen der Stadt gewandert." Die Wanderschaft endete mit der ersten festen Stelle an der Sonderschule in der Isarstraße. Dann folgten neun Jahre Von-der-Tann-Schule. "Damals wurden die Übergangsklassen für ausländische Schüler neu eingerichtet - ich war so was wie ein Pionier. Da gab es alle Altersgruppen und Nationalitäten."
Nach einem Zusatzstudium war Brinsteiner zwölf Jahre lang als Fachbetreuer für die ausländischen Lehrer in der Oberpfalz zuständig. "Die kamen aus der Türkei, Italien, Kroatien, Albanien, Bosnien..."


Den fünf Jahren als Konrektor in Bernhardswald folgten vor der Kreuzschule drei Jahre als Rektor an der Grundschule Hagelstadt. Ende Juli kam die Nachricht von der Regierung der Oberpfalz: Mit Schulbeginn 2003 Rektor an der Kreuzschule. "Ich hab' mich sehr gefreut. Man hofft ja, aber wissen?" Übrigens "fremd" ist die Kreuzschule für Brinsteiner nicht. Während seiner "Wanderschaft" als junger Lehrer war er einige Wochen an der Kreuzschule "und als Fachbetreuer ständig".


Der Schulalltag im Sekretariat:
Sekretärin Beate Gansbiller und Rektor Brinsteiner


Hochachtung vor Vorgängerin
"Sie war sehr engagiert", so Brinsteiner über seine Vorgängerin Gertraud Waller, die im August nach langer Krankheit verstarb und die er seit Jahren kannte. "Ihr ganzes Herzblut hing an den Kindern, auch an der Förderung der nicht deutsch sprechenden Schüler."
Manfred Brinsteiner liegen die gleichen Probleme am Herzen. "Früher gab es noch mehr ausländische Kinder an der Kreuzschule. In diesem Jahr sind es 57 von 320 Kindern." Brinsteiners Ziele als Rektor: Weiter Förderung der Schüler mit nicht deutscher Muttersprache und die musische Bildung an der Schule. "Nicht nur kopflastige Fächer, auch der musische Bereich ist wichtig", sagt der Schulmann. "Aber da ist ja an der Schule schon ein großes Angebot vorhanden."
Und was die Kollegen betrifft, freut er sich: "Ich bin so herzlich empfangen worden - selbstverständlich ist das nicht! Und mit Konrektorin Ursula Köppl versteh' ich mit sehr gut. Sie hat ausgezeichnete Vorarbeit geleistet."
Die Kreuzschule genieße, so Brinsteiner, den Ruf engagierter Lehrer und eines ebenso engagierten Elternbeirates. Er sieht sich am Ende seiner "Wanderschaft": " ür mich als Rektor sind das ideale Arbeitsbedingungen. Vielleicht schaffe ich es ja an der Kreuzschule bis zu meinem Ruhestand. Wär' mir schon Recht - aber das sind noch an die 20 Jahre!"