Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Wochenend-Ausgabe vom 3./4.11.07


Kreuzschule: Kaum Raum
für sinnvolle Mittagsbetreuung

Eltern: "Unsere Kinder sind keine Nomaden!"

VON HANS SCHERRER, MZ

REGENSBURG. Eine "unzumutbare Raum- situation" beklagen die Eltern von Grundschülern an der Kreuzschule. Denn weil es dort heuer eine zusätzliche Klasse von Abc-Schützen gibt (vier statt wie bisher drei), stehen für die Mittagsbetreuung der Kinder nur noch zwei statt wie bisher drei Räume zur Verfügung - dies bei einem gleichzeitigen Zuwachs um zirka zehn Kinder.

Schon Anfang Oktober hatte sich die Elternbeiratsvorsitzende der Kreuzschule, Dr. Ulrike Richter, an das zuständige Amt für Schulen gewandt und die missliche Situation dargelegt. Dabei hatte sie sich auch auf Einschätzungen von Rektor Manfred Brinsteiner sowie von Lehrkräften der Mittagsbetreuung berufen, die diese Situation ebenso als "unzumutbar und unpraktikabel" bezeichnen.
Eine Antwort des Amtes für Schulen ist bislang noch nicht erfolgt, dafür aber eine Stellungnahme eines Mitarbeiters an die Schulleitung. Demnach stößt der Vorschlag von Rektor Brinsteiner, die Pausenhalle durch bauliche Veränderungen für die Mittagsbetreuung tauglich zu machen, auf wenig Gegenliebe. Dies nicht zuletzt deshalb, weil dies mit Kosten von geschätzten 6000 Euro ver-
bunden wäre. Jedoch sei es "nach meiner Prüfung des Raumbelegungsplanes grundsätzlich möglich, die drei Gruppen der Mittagsbetreuung durch schulorganisatorische Maßnahmen ausreichend unterzubringen", schreibt Manfred Brey vom Amt für Schulen.
Was das Amt für Schulen darunter versteht, wird dann im weiteren Verlauf des Schreibens deutlich: Eine permanente Wanderschaft durch die verschiedensten Räume des Schulgebäudes. Doch das wiederum treibt die Eltern auf die Palme. "Unsere Kinder sind keine Schulnomaden, die in dem - gerade für Erstklässler doch gewaltig daher kommenden - dreistöckigen Bauwerk der Kreuzschule für vereinzelte Stunden aus ihren Klassenzimmer heraus umherziehen sollen", antwortete hierauf Elternbeiratsvorsitzende Richter an das Amt für Schulen. Und dies nur, "damit parallel die Mittagsbetreuung ihre dafür völlig ungeeigneten Klassenzimmer zweckentfremdet, ebenfalls nomadisierend in verschiedenen Räumen und im Gepäck des Personals stets die umfangreichen Spiel- und Bastelmaterialien."
Ein Eindruck, der sich auch bei einem Ortstermin der MZ bestätigt. Hier drängen sich Kinder auf dichtestem Raum; ein sinnvolles Arbeiten, so versichert eine Lehrerin, ist unter diesen Umständen kaum mehr möglich.


Auch die Lehrkräfte an der Kreuzschule beklagen die drangvolle Enge, die derzeit während der Mittagsbetreuung herrscht. Ein sinnvolles Arbeiten sei so kaum möglich.
Foto: Scherrer

Situation so "nicht tragbar"

Als absolut unzumutbar weist Ulrike Richter auch den Vorschlag des Amtes für Schulen zurück, die Mittagsbetreuung überhaupt in einem als Klassenzimmer genutzten Raum unterbringen zu wollen. Die Klassenzimmer, so ihre Begründung, seien für den Unterricht der jeweiligen Klassen zweckdienlich eingerichtet. Damit die Schüler nicht jeden Tag sämtliche Hefte und Bücher mit nach Hause schleppen müssten, würden die nicht benötigten Materialien in den Ablagen der Bänke untergebracht. In der Mittagsbetreuung dagegen werde gebastelt, gespielt und getobt und es würden auch mal Tische zusammengerückt. "Eine unterrichtsfremde Belegung der Klassenzimmer ist daher ausgeschlossen und nicht tragbar." Oder soll das Personal der Mittagsbetreuung täglich sämtliche Materialien und Spielgeräte durch das Schulhaus transportieren?
"Es ist Eltern nur schwer vermittelbar, wenn dringend benötigte Mittel für die Beschaffung des Raumes in der Größenordung von geschätzten 6000 Euro versagt werden und im selben Zeitraum in der Presse zu lesen ist, dass die Stadt jeweils über 100 000 Euro für die Neugestaltung des Eingangsbereichs des Tourismusbüros zur Verfügung stellt", schrieb Ulrike Richter nun an Schulbürgermeister Gerhard Weber.

Gespräch mit allen Beteiligten

Auch ihm sei die Mittagsbetreuung ein großes Anliegen, versicherte Weber gegenüber der MZ. Er warte jetzt nur noch auf eine Stellungnahme von Rektor Brinsteiner "und dann werde ich selber rübergehen an die Kreuzschule, um mir dort ein Bild zu verschaffen und ich werde dann versuchen, mit allen Beteiligten zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen." Und wenn von allen Beteiligten die Rede sei, "dann meine ich damit natürlich auch den Elternbeirat", betonte Weber.