Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 23.11.07


Raumproblem gelöst:
Schüler dürfen Hort-Räume benutzen



SCHULE Die Mittagsbetreuung der Kreuzschule atmet auf: Eine Gruppe kommt für das Schuljahr im Hort des Sozialpädagogischen Zentrums St. Leonhard unter.

VON ANTJE KARBE, MZ

REGENSBURG. Künftig treten sich die Schüler der Kreuzschule während ihrer Mittagsbetreuung nicht mehr auf die Füße. Man sei zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen, verkündete Bürgermeister Gerhard Weber: "Problem gelöst."
Ab Montag könne die dritte Gruppe der Grundschüler einen Raum des Kinderhortes von St. Leonhard mitnutzen. "Der Hort beginnt nämlich erst um 13.30 Uhr, wenn die Mittagsbetreuung zu Ende ist." Mit ihrer Einrichtung seien die Horträume bereits auf Kinderbetreuung eingerichtet. Und: "Das Gebäude liegt auf dem Schulgelände, die Schüler müssen nur über den Hof gehen."
Die anderen zwei Gruppen bleiben in den alten Räumen der Mittagsbetreuung. Wie die MZ Anfang November berichtete, war dieser ein Zimmer verloren gegangen, weil die Kreuzschule dieses Jahr vier erste Klassen unterbringen musste. Eltern und Lehrer hatten sich über
Raumnot und "unzumutbare Bedingungen" beklagt. Der Vorschlag von Rektor Manfred Brinsteiner, die Pausenhalle umzubauen, war auf wenig Gegenliebe gestoßen - unter anderem wegen der Kosten von 6000 Euro.
In einem Rundgang mit den Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung, den zuständigen Amtsleitern, Rektor Brinsteiner und der Elternbeirats- vorsitzenden Dr. Ulrike Richter hatte Weber den neuen Vorschlag - aus dem Amt für Tagesbetreuung von Sieglinde Kolbinger-Preißer - präsentiert. "Alle waren begeistert", sagt Weber.
Und die Elternbeiratsvorsitzende bestätigt: "So haben wir eine glückliche und günstige Lösung." Damit seien wirklich alle Beteiligten zufrieden. "Der Raum hat eine extra Tür Richtung Kreuzschule, das ist für die Kinder optimal. Das Ganze haben wir auch dem Entgegenkommen von Josef Parstorfer, dem Leiter des Sozialpädagogischen Zentrums, zu verdanken."
Der freut sich, Nachbarschaftshilfe leisten zu können, wie er sagt. "Wir pflegen eine ausgezeichnete Kooperation, sowohl mit der Stadt, als auch mit der Kreuzschule. Da war es mir ein Anliegen helfen zu können." Allerdings gelte die Raumlösung vorerst nur für ein Jahr, sagt Ulrike Richter. "Dann muss man neu überlegen."


KOMMENTAR von ANTJE KARBE
Unbürokratische Lösung

Traumhaft, wie schnell die Stadt an der Kreuzschule eine Lösung für dieses Schuljahr aus den Hut gezaubert hat. Alle Beteiligten sind einverstanden. Und das ganze kostet nicht einen Cent. Edmund Stoibers Brüsseler Kommission würde sich die Augen reiben, angesichts so viel unbürokratischer Spontaneität.
Naja, fast spontan: Dem fruchtbringenden Treffen aller Parteien war ein Briefwechsel und viel Ärger vorausgegangen. Sicher fallen an (und für) Schulen regelmäßig und unbemerkt schnelle Lösungen. Trotzdem scheint gelegentlich öffentlicher Druck nötig, damit sich die Verantwortlichen Zeit nehmen. Denn darum ging es. Die Eltern der Kreuzschule wollten sich in ihrem Anliegen erst genommen fühlen. Diese Art von Lösung könnte ja nun wegweisend für künftige Zusammenarbeit sein. Zum Beispiel, falls die Schule 2008 wieder vor dem gleichen Problem steht.