Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Wochenendausgabe vom 15./16.7.06

Von Schlaubergern, Hummeln und dem Herzogspark
Kreuzschüler zeigten ihren Eltern, was sie in der Projektwoche alles gelernt haben /
Biologie kann man auch singen




Die Schlauberger aus der 2c der Kreuzschule
Fotos: Klein

INNENSTADT. Donnerwetter, sind die schlau! Gestern machten die Eltern der Kreuzschul-Kinder aber Augen. Da zeigten ihnen ihre Kleinen nämlich, was sie in der vergangenen Woche gelernt haben. Das war freilich eine ganz besondere Woche - eine Projektwoche. Die macht noch schlauer als normale Schulwochen.

"Die Erde ist schön, es liebt sie der Herr ..." sangen die 26 kleinen Schlaumeier aus der Klasse 2c und ihre Mamas und Papas, Omas und Opas und sogar die kleinen Schwesterchen und Brüderchen hörten gerührt und aufmerksam zu. Und weil die Erde so schön ist, hatte sich die Klasse 2c ein ganz besonders schönes Fleckchen Erde zum näheren Erkunden ausgesucht - den Herzogspark. Da zeigte ihnen ihre Klasslehrerin alles und was Theresia Pristl über Bäume und Blumen nicht wusste, das wusste Ursula Rettke vom Stadtgartenamt, die die Kreuzschüler zwei Mal begleitete.


Klasslehrerin Theresia Pristl
mit ihren Schülern.

Die 26 Mädchen und Buben hatten in ihrem mit Blumen, geschmückten Klassenzimmer viel zu erzählen. Sie taten's in Versen und Reimen, Liedern und Geschichten von der Amsel, vom Regenwurm, den Ameisen oder etwa der Hummel: "Geradeaus steckt sie ihren Rüssel - in den gelben Himmelschlüssel ..."
"Was ist eine grüne Lunge?" fragten die kleinen Schlauberger und dann legten sie mit noch mehr Grünem so richtig los: die grüne Minna, der Grüne Star, der Gründonnerstag, die grüne Insel Irland und die Grünholzfraktur. Aber was bitte ist das jetzt wieder? In der 2c weiß das jeder: "Von einer Grünholzfraktur spricht man, wenn sich ein Kind einen langen Knochen gebrochen hat, zum Beispiel einen Arm oder Bein", erzählten die Kleinen und kamen damit ganz groß raus.
"Sind wir nicht schlau?" jubelten sie und die Eltern nickten andächtig, und Frau Pristl nickte stolz. Nicht ein einziges Mal musste sie bei dem einstündigen Programm der Kinder helfend eingreifen. Natürlich hatte die 2c nicht nur Biologie im Herzogspark betrieben, sondern auch Deutsch - und sogar Mathe und auch noch Musik. So gab's erst mal ein kleines Gitarrensolo (Alle Vöglein ...), und dann eine Liste eigenhändig zusammengebauter Namenwörter und dann eine Rechenaufgabe: 26 Kinder und zwei Erwachsene gehen zwei Kilometer von der Kreuzschule bis in den Herzogspark und dann wieder zurück. Wie viel Kilometer kommen da zusammen, na? Und dann ein Gedicht und ein Lied und einen Vers und...


Biologie kann man auch singen: Zwei kleine Interpreten hoch konzentriert beim Vortag

Das alles klappte wie am Schnürchen und war so pfiffig und kurzweilig vorgetragen, dass nicht einer von den Eltern gegähnt oder geschwätzt hätte. Deswegen gab's von Frau Pristl wahrscheinlich für alle miteinander eine Eins. Und weil die Eltern so brav waren, durften sie anschließend mit ihren Kindern gleich noch in den Herzogspark wandern.