Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 31.10.09


Gabriele Seifert will den Pausenhof der Kreuzschule neu gestalten.
Foto: Gressner

Neue Rektoren starten mit vielen Ideen

BILDUNG Zwei Schulleiter nehmen an Grundschulen der Innenstadt die Arbeit
auf - und haben ähnliche Ziele.

VON CHRISTIAN GRESSNER, MZ

INNENSTADT. Das neue Schuljahr hat Fahrt aufgenommen, und an den Grundschulen in der Innenstadt hat es nicht nur neue Schüler mit sich gebracht. An der Kreuzschule und an der Von-der-Thann-Schule sind die Rektoren Gabriele Seifert und Bernd-Daniel Paulus neu im Amt.
Seifert hat ihr beruflicher Weg damit zurück zu den Anfängen geführt. 1960 stand sie selbst als kleine Erstklässlerin mit großer Schultüte vor dem Gebäude. "Damals habe ich hier meine schulische Laufbahn begonnen und so wie es aussieht, werde ich sie hier beenden", sagt die 55-Jährige. Ihr Berufswunsch ist vor Jahrzehnten ebenfalls an dieser Schule entstanden. "Meine Lehrerin, Schwester Aquinata, war mir ein solches Vorbild, dass ich auch Lehrerin werden wollte." Am anderen Ende der Stadt, in der Von-der-Thann-Schule, hat Paulus die Leitung übernommen. Noch sind beide in der Beobachtungsphase, in der sie ihre Augen am neuen Arbeitsplatz offen halten und sich in die fremden Abläufe einarbeiten. Doch manches möchte Seifert verändern. "Der Zustand des Pausenhofes gefällt mir nicht. Hier würde ich gerne eine Neugestaltung anstoßen, den der hof ist stark renovierungsbedürftig." Ansonsten ist sie mit ihrem neuen Arbeitsplatz sehrt zufrieden: "Die Kinder sind reizend und ich habe ein zupackendes, tüchtiges Kollegium, das mit sehr hohem Engagement arbeitet. Ich sitze also fast in einem gemachten Nest", denn auch der Elternbeirat habe die richtige Mischung aus Engagement und Zurückhaltung.


An ihrer alten Schule in Diesenbach hatte Seifert keine Stellvertreterin, sodass sie alle Entscheidungen alleine tragen musste. "Hier kann ich dagegen mit meine Konrektorin Ursula Köppl und meiner Sekretärin im Team arbeiten." Das mache manches für sie leichter. Denn die Herausforderungen im pädagogischen Bereich werden eher größer als kleiner: Kinder wachsen immer öfter in Zwei-Personen-Haushalten auf, Der Anteil der Alleinerziehenden nimmt zu. "Die Eltern sind stärker verunsichert, weil die Erziehung schwieriger geworden ist", beobachtet Seifert. Als eine der wesentlichen Ursachen hat sie den Missbrauch der modernen Medien ausgemacht. "Vor allem die Buben werden immer unruhiger und unkonzentrierter, weil heute zu viele Reize auf die Kinder einströmen." Hier seien die Eltern der Kinder mit einer aktiven Freizeitgestaltung gefragt.
Das sieht auch Bernd-Daniel Paulus so. "Ich möchte den Einsatz neuer Medien fördern, weil der richtige Umgang damit mit zu einer neuen Kulturtechnik gehört." Der Umgang mit dem Computer müsse daher auch an der Schule gelehrt werden. "Wir wollen anleiten zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung." Auch die Angebote der Schule, zum Beispiel bei Musik, Chor und einer Schachgruppe würden dankbar angenommen.

ANGEBOT DER SCHULE
Förderverein: An der Kreuzschule fördert ein Verein die Ausbildung der Schüler. Er finanziert Dinge, die im normalen Etat nicht enthalten sind. Das können Geräte für den Sportunterricht sein oder Materialien für den Werkunterricht.