Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Wochenend-Ausgabe vom 22./23.11.08


Absperrbänder markieren den toten Winkel": Schulkinder werden vom Fahrer hier nicht gesehen.
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Vorsicht: "Toter Winkel"
SICHERHEIT Round Table startet Aktion an Grundschulen

VON PASCAL WEINFURTNER, MZ

REGENSBURG. Mehr als 20 Kinder stehen vor und neben dem Lastwagen - doch der Fahrer sieht sie nicht, weder durch die Frontscheibe noch durch die Seitenspiegel. Es ist der gefährliche "Tote Winkel", auf den die Dritt- und Viertklässler der Regensburger Kreuzschule aufmerksam gemacht werden.
Der "Tote Winkel" fordert jährlich 70 Todesopfer in Deutschland und 400 in ganz Europa. Die Opfer sind meist Kinder. Angesichts dieser erschreckenden Zahlen hat Round Table Deutschland das Schulprojekt "Raus aus dem Toten Winkel" ins Leben gerufen. Aktionstage an Grundschulen im ganzen Bundesgebiet sollen die Gefahr ins Bewusstsein von Eltern und Kinder rufen, den Kindern Tipps für das richtige Verhalten geben. Im Laufe des nächsten Jahres sollen bundesweit 100 000 Kinder an dem Projekt teilnehmen, allein in Regensburg sind 15 Aktionstage geplant. Regensburg gehört neben München und Passau zu den ersten Clubs, die in Bayern den Aktionstag veranstalten - alles finanziert durch Spenden und Charity-Aktionen.


Die Schüler können, wie bei der Oberpfälzer Pilotveranstaltung an der Kreuzschule den "toten Winkel" auch aus der anderen Perspektive kennenlernen. Jedes Kind nimmt auf den dem Sitz des LKW-Fahrers Platz und lernt dessen Sicht aus dem Führerhaus kennen.
Für Reinhard Wismath, Organisator des Aktionstages, ist klar: "Es geht darum, Leben zu retten. Bei vier von sechs tödlichen Unfällen mit Kindern werden diese von rechts abbiegenden LKW überfahren. Nur wenn die Schüler die Gefahr durch den toten Winkel kennen, können sie darauf reagieren."
An den Schulen findet die Aktion positive Resonanz. So sieht Kreuzschul-Rektor Manfred Brinsteiner eine sehr gute Ergänzung für die Verkehrserziehung in den dritten und vierten Klassen.