Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 2.5.05

"Triple P":
Die ersten Schritte zu einer positiven Erziehung

Australische Strategie an der Kreuzschule vorgestellt /
Wenn Eltern ihr eigenes Verhalten in der Kindheit wiedererkennen


REGENSBURG (mz). Kinder machen Stress. Sie räumen ihr Zimmer nicht auf, sind undankbar, kosten Geld und belasten die Partnerschaft. Wer sich als Elternteil angesprochen fühlt, greift wohl gerne zum "How-to" - Handbuch, um die richtige Erziehungsmethode zu finden.

Einen neuen Ansatz bietet nun Triple P, "Positive Parenting Program", ein "Positives Erziehungsprogramm", das an der Universität von Queensland in Australien langjährig entwickelt wurde und in Deutschland Erfolge erzielen konnte.
Catharina Schaetz, Diplompädagogin aus Regensburg, führte vergangene Woche zahlreiche interessierte Eltern an der Kreuz- schule anschaulich in das Thema ein. Neben Beratungsgesprächen, die eine Verhaltens- beobachtung des Kindes miteinbeziehen, kann im Elterngruppentraining intensiv an Erziehungstrategien gearbeitet werden. Grundlegend ist dafür immer eine positive Beziehung zum Kind.
Der Umgang mit Problemverhalten, wie Ess- oder Schlafstörungen, Aggressivität oder unsoziales Verhalten, wird in Regeln verfestigt,
um diesen präventiv begegnen zu können. "Sorgen Sie für eine sichere und interessante Umgebung! Schaffen Sie eine positive und anregende Lernatmosphäre! Verhalten Sie sich konsequent!" So lauten die ersten drei Schritte zur positiven Erziehung.
Vernunft und Geduld können sicher viel erreichen. Was aber, wenn Eltern ihr eigenes Verhalten in der Kindheit wiedererkennen und diese Identifizierung Emotion mit ins Spiel bringt? Was tun, wenn unterbewusste und letztlich egoistische Motive dem Unabhängig- keitsstreben des Kindes entgegenstehen? Und dabei soll doch das Stärkebewusstsein des Kindes gefördert werden.
Vor allem für die Achtung der Persönlichkeit des Kindes plädierte der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim (1903-1990) in seinem letzten Werk "Ein Leben für Kinder". Darin schrieb er:

Besser als "Super Nanny"?
"Die Erziehung von Kindern ist eine kreative Aufgabe - eher eine Kunst als eine Wissenschaft." Als dritte Instanz kann "Triple P" wohl einen Grundstock bieten. Noch eher, als es die "Super Nanny" auf RTL versuche.