Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 12.05.05

Wie groß ist eigentlich ein Pfund Fichte ?
66 Schulklassen erleben bei den 36. Waldjugendspielen Spiele, Rätsel und viel Spaß im Wald

REGENSBURG (mrk). "Nur was man kennt, das schätzt man, und was, man schätzt, das schützt man auch." Unter diesem Motto sind Schulkinder aus den Landkreisen Regens- burg und Straubing (Anmerkung des InsNetzStellers: Die Kreuzschule war auch dabei!) bei den 36. Waldjugendspielen drei Tage lang der Natur auf der Spur.

Lebt der Schwarzstorch im Wald? Frisst der Baummarder Eichhörnchen? Und warum macht der Tanne die Sommerhitze nichts aus? Über diese kniffligen Fragen zerbrachen sich Drittklässler aus 20 Schulen am Dienstag die Köpfe. Forstamtsrätin Petra Weber vom Forstamt Pielenhofen hatte im naturnah bewirtschafteten Staatswaldgebiet "Prüfeninger Holz" eine Spielstrecke vorbereitet. Eigene "Forstpaten" begleiteten die Kinder auf einem Waldparcours, auf dem sie bei drei Spielstationen Geschicklichkeits- und Rätselspiele erwarteten. So mussten sie beispielsweise Blätter angeln und dem richtigen Baum zuordnen, Fragen zu Tierspuren beantworten oder von einem Baumstamm ein Stück absägen, das genau ein Pfund wiegt. Beim "Ster-Schlichten" ging es darum, gemeinschaftlich in möglichst kurzer Zeit einen stabilen Holzstoß aufzustapeln. Besonders knifflig war das "Turmbau"-Spiel: Drei Äste verschiedener Baumarten waren in Stücke zersägt worden. Und die Kinder mussten zunächst "ihren" Baum finden und die einzelnen Teile dann so stapeln, dass der Turm nicht einstürzte. Punkte sammeln konnte man auch beim "Zapfen-Zielwurf".
Entlang des Parcours hingen sechs Suchtafeln mit Rätseln über Waldtiere aus.
Was da von weitem wie ein Wildschwein aussah, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Borkenkäfer.
Die Ergebnisse der Spiele und Rätsel wurden aufgeschrieben und am Ende eingesammelt Aus ihnen werden drei Siegerklassen ermittelt, die im Juli mit Urkunden und Preisen ausgezeichnet werden. Diese spendet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Doch auch die anderen Teilnehmer gehen nicht leer aus: Jedes Kind bekommt eine kleine Erinnerungsplakette aus Holz geschenkt. Die Waldjugendspiele dauern bis zum heutigen Donnerstag. Insgesamt nehmen 66 dritte Klassen teil.
Arnold Kimmerl, Forstamtmann von der Forstdienststelle Pfreimd, begleitete eine Schulklasse als "Forstpate" auf dem Waldparcours. Er öffnete den Kindern die Augen für das Leben im Wald: Spuren vom Borkenkäfer unter einem Stück Rinde, ein verbissgeschädigtes Tannenbäumchen, oder ein toter Baum, der Lebensraum für zahlreiche Waldbewohner bietet. Kimmerl ist auch Waldpädagogik-Beauftragter und führt regelmäßig Kinder aller Schularten und Altersstufen durch den Wald. "Es ist wichtig, dass Kinder die Zusammenhänge in diesem Ökosystem kennen lernen. Leider assoziieren viele Erwachsene mit dem Wald nur Negatives wie Zecken oder Fuchsbandwurm. Diese Sicht überträgt sich auch auf Kinder."
Kimmerl regte die Schüler immer wieder an, über die Oberfläche eines Baumstammes oder die Unterseite von Tannennadeln zu streifen und an frisch geschnittenen Baumstämmen zu riechen. So erleben die Kinder die Natur mit den Sinnen. "Da sind die Eindrücke bleibender als bei einem Frontalvortrag", sagte Kimmerl.