Die Mittelbayerische Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 18.5.06


Den Respekt vor der Natur wecken
1500 Kinder beteiligen sich an den 37. Waldjugendspielen im Prüfeninger Holz


VON ANGELIKA LUKESCH, MZ

SINZING. "Was ist größer, der Maikäfer oder der Borkenkäfer?", die Dame an der Waldspielstation schaut den Buben, der etwas ratlos vor ihr steht, prüfend an. "Ich glaube der Borkenkäfer", antwortet der Bub und liegt damit genau daneben! Doch die anderen Kinder in seiner Gruppe können diesen Punktverlust leicht aufholen, denn die Waldjugendspiele bieten auf einem Parcours von sechs Stationen eine ganze Menge Gelegenheiten, um Wald-Wissen zu demonstrieren.
Es sind die 37. Waldjugendspiele, die in diesen Tagen am Spielort "Prüfeninger Holz" für alle dritten Klassen aus dem Landkreis und der Stadt Regensburg und damit für 1500 Kinder durchgeführt werden. Zwar sind die Waldjugendspiele "alt", doch die Federführung hat in diesem Jahr - nach der Forstreform - erstmals das Amt für Landwirtschaft und Forsten in Regensburg mit Unterstützung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie der Bayerischen Staatsforstverwaltung übernommen. Doch auch wenn der Veranstalter jetzt ein bisschen anders heißt, hat sich die Zielsetzung der Waldjugendspiele nicht geändert.
In diesem Jahr besuchte auch Dr. Hans-Heinrich Vangerow, der "Vater der Waldjugendspiele" den Spielort im Prüfeninger Holz. Zusammen mit Landrat Herbert Mirbeth, Forstbereichsleiter Heijo Daschner, Bürgermeister Franz-Xaver Wiesner sowie dem Organisator, Forstoberrat Cornelius Bugl und mehreren anderen Gästen aus der Forstwirtschaft, ging er die Strecke ab und besuchte die Kinder vor Ort im Wald.


Beim Sterschlichten war Geschwindigkeit besonders gefragt.


Mit einer Becherlupe können die Kinder bei den Waldjugendspielen die kleinen Tierchen im Holz beobachten.

63 Klassen lernen bis Freitag an den vier Tagen der Waldjugendspiele auf spielerische Art und Weise den Wald kennen. Die Stationen, die auf einem knapp dreieinhalb Stunden langen Parcours verteilt sind, den die Kinder zusammen mit Lehrkraft und Fortspaten (ein Förster oder ein Mitarbeiter der Forstverwaltung) durchlaufen, bieten viel Wissenswertes kombiniert mit spielerischem Anspruch. So gibt es ein Blätterangeln von verschiedenen Baumsorten, es gibt eine Ratestaffel und ein Ster Holz muss in Rekordzeit auf- und umgeschichtet werden. Auch beim Turmbau sind genaue Holzkenntnisse und nicht zuletzt auch ein Gefühl in Sachen Statik gefragt. Beim Zapfen-Zielwurf können sich die Basketballspieler der einzelnen Gruppen hervortun.
Die Kinder kommen allesamt sehr gut vorbereitet aus dem Grundschulunterricht in den Wald. "Es ist schon erstaunlich, was die Kinder heutzutage alles über den Wald wissen", meinen die "Promis" voll Anerkennung. Für die Forstleute ist es jedoch das Wichtigste, dass in diesen Tagen die Kinder das, was sie bereits theoretisch in der Schule gelernt haben, auch mit allen Sinnen begreifen können. "Wir wollen in den Kindern die Liebe zum Wald und den Respekt vor der Natur wecken", teilen Bugl und Daschner mit. Die Kinder jedenfalls lieben ihre Waldjugendspiele, "Ich finde es hier super, vor allem weil man draußen in der Natur ist!", meint Adriano aus Regensburg zur MZ.

Fotos: Lukesch