Der Schlaue Donnerstag

1. Vortrag
im Schuljahr 2007/08


"ÜBER DIE FINGER IN DEN KOPF"
Referentin: Johanna Schmidt,
Lehrerin der Kreuzschule
Am: Donnerstag, 29.11.2007


Der Elterbeirat freute sich, Frau Schmidt, Lehrerin an unserer Kreuzschule, zu ihrem Vortrag "Über die Finger in den Kopf" begrüßen zu dürfen. Frau Schmidt überraschte die Zuhörer mit der von ihr selbst entwickelten Rechenschachtel.

Aber der Reihe nach: Frau Schmidt erläuterte zunächst, dass das früher verpönte "Fingerrechnen" wieder eine zunehmende Akzeptanz erfahre. Entscheidend sei, dass die Finger so als Rechenhelfer eingesetzt würden, dass sie dem Kind beim Begreifen des zu erlernenden Zahlenraumes (zunächst bis 10, später mit Zehnerüberschreitung) helfen würden.

Orientiert sich das Kind beim Benutzen der Finger an der 10er-Einheit, die für unser Zahlensystem ja die entscheidende Bezugsgröße darstellt, helfen ihm die Finger - im wahrsten Sinn des Wortes - den Zahlenraum zu "begreifen". Wie dies im einzelnen, bei Additionsaufgaben aber auch beim Erlernen des "Kleinen 1x1", umzusetzen ist stellte Frau Schmidt anhand zahlreicher Beispiele aus der Unterrichtspraxis dar. Keine Hilfe und nicht weiterführend ist dagegen das sogenannte zählende Rechnen, bei welchem das Kind z. B. bei einer Addition (4 + 3 =) zunächst die erste Zahl (4) über die Finger abzählt ("eins, zwei, drei, vier") und dann die hinzuzuaddierende Anzahl von Fingern (3) einfach weiterzählt ("fünf, sechs, sieben"). Hierbei kommen die Kinder nämlich der "Struktur" des Zahlenraumes nicht näher.

Ebenso wie die Finger können dem Kind beim Begreifen des Zahlenraumes natürlich auch vergleichbare andere Hilfsmittel dienen. Frau Schmidt wies daraufhin, dass es hier viele Wege gibt, die zum Ziel führen. Sie selbst hat aufgrund ihrer großen Erfahrung mit jungen Grundschülern erst kürzlich einen ebenso einfachen wie überzeugenden Rechenhelfer kreiert, der den Fingern mit ihrer 10er-Struktur zwar nachempfunden ist, sie aber insofern übertrifft, als der Zahlenraum bis 100 gegenständlich wird: Die oben abgebildete, aus einfachen Mitteln selbst hergestellte Rechenschachtel bestehend aus 10 kleinen Schachteln mit jeweils 10 Kichererbsen (10 x 10). Als interessante Information am Rand wurden dabei durchaus bestehende Berührungspunkte mit der Montessori-Pädagogik festgestellt.

Allen anwesenden Eltern und Lehrern vermittelte der Vortrag auf plastische und überzeugende Weise ein Stück "lebendiger" Pädagogik, wofür der Elternbeirat sich bei Frau Schmidt mit einem kleinen Präsent bedankte.


Der Elternbeirat